Montag, 13. August 2012

Straßenbahnarchäologie, Linie 44, Invalidenstraße

Zwischen Berlin-Mitte und Moabit soll es künftig wieder eine Straßenbahnverbindung geben. Das Projekt war nicht unumstritten, weil es Teil des Ausbau der Invalidenstraße zu einer leistungsfähigen Durchgangsstraße ist. Dagegen hatten zumindest in der Anfangsphase Bürgerinitiativen protestiert, zuletzt ist es etwas ruhiger geworden.
Die alten Gleise auf der Invalidenstraße
 Vielleicht ist es der richtige Zeitpunkt, daran zu erinnern, dass es genau so eine Straßenbahnverbindung schon einmal gab. Die Linie 44 verband nach 1945 die beiden Stadtteile und fuhr von der Moabiter Waldstraße bis zum Stettiner Bahnhof. Sie wurde aber erstmals 1946 an der Sandkrugbrücke unterbrochen. Für einige Monate gab es eine Linie 44 (I) im Westen und eine Linie 44 (II) im Osten. Dann wurde der Betrieb zwischen den Sektoren für zwei Jahre wieder aufgenommen. Auf dieser Karte aus dem Jahre 1947 erkennt man noch, dass die Linie in dieser Zeit über den Alexanderplatz  bis zum Hackeschen Markt fuhr.1948 während der sowjetischen Blockade West-Berlins wurde die Linie erneut unterbrochen, der Bau der Mauer zwischen Hamburger Bahnhof und Lehrter Stadtbahnhof verewigte diesen Zustand - wie man auf einem Stadtplan aus dem Jahre 1961 wunderbar sehen kann. Auf dieser informativen Webseite, die die komplizierte Geschichte der Linie 44 genauer erläutert, ist ein Foto aus dem Jahre 1962 zu sehen, das die Endhaltestelle der West-Linie 44 an der Sandkrugbrücke zeigt.1963 wurde die West-Linie dann dem Autoverkehr geopfert.

Reste der Gleise der Linie 44 kann man gerade noch auf Invalidenstraße zwischen dem Platz vor dem Neuen Tor und der Scharnhorststraße nördlich der Charité sehen. Demnächst werden sie vermutlich unter dem neuen Asphalt verschwinden.

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