Mittwoch, 21. März 2012

Verschärfte Christenverfolgung im Iran

Die weltweiten Proteste gegen die angekündigte Hinrichtung des evangelischen Pastors Youcef Nadarkhan im Iran haben das dortige Regime offenbar wenig eingeschüchtert. Im Gegenteil: Die Islamische Republik weitet ihre Verfolgung von Ex-Muslimen, die wie Nadarkhan zum Christentum konvertiert sind ,offenbar noch aus. Die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte in Frankfurt meldete heute, dass Teheran die Verfolgung von christlichen Konvertiten und Hausgemeinden weiter verschärft habe. Gegenwärtig fände eine Welle von Verhaftungen in den Großstädten Ahwaz, Theran, Esfahan, Shiraz und Kermanshah statt. In den vergangenen zwei Jahren seien nach Informationen der IGFM mehrere hundert Konvertiten verhaftet und hunderte von Bibeln verbrannt worden. Teilweise würden ganze Gruppen verhaftet, so etwa am 29. Februar 2012 als Sicherheitskräfte 13 Personen in einer Kirche in Kermanshah festnahmen.

Die IGFM weist darauf hin, dass vor allem die Leiter von Konvertitengemeinden systematisch vom iranischen Geheimdienst eingeschüchtert und bedroht werden. Da fast allen offiziell genehmigten Kirchengemeinden Gottesdienste in der Landessprache Farsi verboten sind und ehemalige Muslime Sorge vor Entdeckung und Verhaftung hätten, träfen sich die meisten Konvertiten heimlich in Hausgemeinden.

Das härtere Vorgehen gegen Andersdenkende war mehrfach öffentlich angekündigt worden. Der „Führer“ der Islamischen Republik Iran, Ayatollah Khamanei, rief im Oktober 2010 in einer Rede eine staatliche Kampagne gegen Christen, Bahai und Juden aus. Einschüchterungen und Drohungen hatten daraufhin deutlich zugenommen. Der iranische Geheimdienstminister, der schiitische Geistliche Heydar Moslehi, hatte Ende November 2011 “neue Anstrengungen” im Kampf gegen Hausgemeinden verkündet, die nach Auffassung der IGFM nun in ihrer vollen Tragweite zu spüren seien.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen