Dienstag, 14. Februar 2012

Sechstklässler und die Piratenpartei

Gestern abend die schöne Geschichte gehört, wie Sechstklässlerinnen den Direktkandidaten der Piratenpartei in Prenzlauer Berg, Christopher Lauer, grillten. Es handelte sich um eine Veranstaltung mit Kindern der Grundschule Kollwitzplatz (und möglicherweise anderen) vermutlich während des Berliner Landtagswahlkampfs im Spätsommer 2011  - so ganz exakt erinnern sich die Eltern, die mir Bericht erstatteten, nicht mehr. Sie fand im Mitmachmuseum in der Senefelderstraße statt. Die Schüler waren genervt von Christopher Lauers naiver Internetverherrlichung und erinnerten ihn daran, dass - entgegen seinen Behauptungen - eben nicht jedes Buch im weltweiten Netz zu finden sei. Vor allem ein Mädchen namens Hannah wies Lauer hartnäckig darauf hin, dass er hier im Irrtum sei. Lauer beharrte auf seinen Überzeugungen und wurde pampig wie ein religiöser Fanatiker, wenn die Existenz Gottes in Zweifel gezogen wird (Vergleich von mir). Die Lehrerin sagte hinterher, sie hätte ihn am liebsten noch einmal eingeschult. Das Fazit einer weiteren 11 Jahre alten Schülerin namens Anne: "Der will immer nur Internet, Internet, Internet." Lauer sitzt mittlerweile für die Piraten im Berliner Abgeordnetenhaus und ist deren innen- und kulturpolitischer Sprecher.

Kommentare:

  1. Hallo Herr Heine,

    können Sie bitte noch genauer ausführen auf welcher Veranstaltung das gewesen sein soll? Ich kann mich nämlich nicht mehr daran erinnern Kinder "wie ein religiöser Fanatiker" belehrt zu haben.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Christopher Lauer

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    1. Ist mittlerweile geschehen. Vielleicht fällt es Ihnen ja jetzt wieder ein. Sie wären ja nicht der erste Politiker, dem so etwas passiert...

      Herzliche Grüße. Ihr

      Matthias Heine

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  2. Welches Buch ist es, dass nicht im "weltweiten Netz" zu finden ist?

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    1. Die Frage ist ja süß, wo leben sie denn außer im Netz?

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    2. Dem Text " und erinnerten ihn daran, dass - entgegen seinen Behauptungen - eben nicht jedes Buch im weltweiten Netz zu finden sei." entnahm ich, es gehe um ein bestimmtes Buch. Das wollte ich wissen.

      Kennt ihr eigentlich http://books.google.de/bkshp?hl=de&tab=wp ?
      Irgendwann ist auch das vollständig.

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  3. Schauen Sie sich einfach mal die Verlagsprogramm an. Sie werden Millionen finden.

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    1. Aber Piraten lesen doch keine gedruckten Bücher. Höhö.

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    2. Doch, jede Menge. Und ich kann sogar schon meinen Namen schreiben.

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  4. Da das Angebot an e-books im Verhältnis zu den jährlichen Neuerscheinungen immer noch verschwindend ist, die überwiegende Mehrheit.

    Bei Sachbüchern ist die Digitalisierung noch im Promillebereich und wenn sie ältere Publikationen suchen, werden die auch in Zukunft auf Papier zurück greifen müssen, schlicht weil die Nachfrage nicht hoch genug ist.

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  5. Einer von den Piraten, die jetzt im Abgeordnetenhaus sitzen, war bei einer Bekannten Praktikant, wurde aber wegen Unfähigkeit entlassen.

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  6. Sehr geehrter Herr Heine,

    an die von Ihnen geschilderte Veranstaltung kann ich mich in der Tat erinnern. An den von Ihnen geschilderten Sachverhalt leider nicht. Ich möchte aber nicht ausschließen, dass ich im Verlauf der Diskussion eine Lanze für das Internet und die dort vorhandenen Informationsmöglichkeiten, auch für Kinder, gebrochen habe.

    Die von Ihnen beschriebene Kritik wurde leider nicht persönlich an mich getragen, d.h. ich kann ihren Wahrheitsgehalt leider nicht beurteilen. Aber damit muss man als Politiker wohl leben.

    Mit freundlichen Grüßen,

    Christopher Lauer

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  7. ...so isses Herr Lauer, und vor allem müssen Politiker heute damit leben, dass allesmögliche im Internet über sie zu lesen ist. Und das wollen wir doch nicht etwa ändern, oder?

    Die Piratenpartei muss auch damit leben, dass die heutigen Grundschüler schon sehr bald die aktuelle Generation der Piraten-Funktionäre beim Thema Internetkompetenz überholt haben wird und mit ganz neuen Tools und Ideen ihren Schabernack mit Ihrer Partei treiben wird. Nix für ungut ;-)

    Mit besten Grüßen

    M.Krämer

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    1. Nix dagegen, daß Herr Lauer im Internet Dinge lesen muß, die ihm nicht gefallen. Aber bisher ist der Verlauf der Diskussion ja nicht mehr als eine Behauptung.

      Egal. Ich habe auch noch kein Kind kennengelernt, daß die Möglichkeiten der Teilhabe, des Publizierens und des jedem zur Verfügung stehenden Wissens überhaupt einordnen konnte. Und was veranlaßt sie eigentlich zu glauben, jüngere könnten immer alles besser? Das gilt doch nur, wenn die älteren irgendwann stehenbleiben.

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  8. Also nur Behauptungen statt endlich mal Belege zu liefern. jemand der sich "Journalist" nennt aber unfähig ist, sich an die Regeln zu halten. Herzlichen Glückwunsch!

    5x behauptet ist aber heutzutage fast wie 1x bewiesen. Anders lässt sich die Arbeitsweise leider nicht erklären.

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  9. Lieber "Anonym",
    herzlichen Glückwunsch, von allen substanzlosen und idiotischen Kommmentaren, die sich hier so sammeln, war das jetzt der seit langem mit Abstand substanzloseste und idiotischste.
    Auch Ihnen, Sannie, sei gesagt: Mehrere mir namentlich bekannte Zeugen erinnern sich, dass der Verlauf der Diskussion so war, wie berichtet. Sechstklässler sind keine Kleinkinder - das muss man Ihnen, weil Sie sich mit Kindern offenbar nicht so auskennen, vielleicht mal erklären. Die Schüler haben sich noch tagelang über den Starrsinn aufgeregt, erst daduch haben die Eltern überhaupt mitbekommen, was passiert war. Herr Lauer erinnert sich anders. Okay. Vergesslichkeit und die Fähigkeit zum positiven Umdeuten von diskreditierenden Taschachen sind ja Schlüsselqualifikationen der Politikbranche. Die Tatsache, dass so eine harmlose Geschichte solche Aufregung auslöst, verrät übrigens mehr über die Piratenpartei und ihre Freunde, als Ihnen allen lieb sein kann.

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    1. Hey, man muss sich ja dem allgemeinen Niveau vor Ort anpassen...
      Kommt da nun noch was konkretes außer ein wenig Andeutungen vom Hörensagen?

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  10. Das haben wir gerne: Selber immer schön aus der Anonymität pöbeln, aber von den anderen am liebsten Namen, Adresse und Nacktbildchen haben wollen. Nee, nee, er reicht völlig, das ich hier mit meinem nachprüfbaren Namen auftrete. Eidesstattliche Erklärungen der Ohrenzeugen besorge ich mir erst, wenn ernstere Anlässe es erfordern. Bis dahin halten wir es doch einfach so: Sie glauben Herrn Lauer und ich glaube den vielen anderen Leuten, die ich alle namentlich kenne. Und in China fällt ein Sack Reis um.

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