Mittwoch, 12. Oktober 2011

Gut, dass es den Staatstrojaner gibt

Die beste Nachricht der Woche: Es gibt den Staatstrojaner. Die schlechteste: Er ist schlampig programmiert. Einziger Trost: Die jetzt entdeckten Programme stammen aus den Jahren 2008/2009. Mittlerweile gibt es möglicherweise bessere.

Beunruhigen würde mich nur, wenn der Staat die Entwicklung und den Einsatz dieser Art von Software verschlafen hätte. Es wäre geradezu fahrlässig, auf eine Waffe zu verzichten, die von Verbrechern schon lange genutzt wird, und gegen deren Einsatz für Ermittlungen eigentlich nichts spricht außer ein paar interpretierbaren Gesetzen und den Sorgen Millionen hysterischer Nerds, der Staat könnte jetzt ihre Pizza-Bestellliste und ihre aus dem Netz geklauten Filme und Musikstücke ausspionieren. Die Sorge scheint mir unbegründet: Nachdem heute zu lesen war, dass allein das Trojaner-Paket für Bayern 250 000 Euro gekostet hat, scheint es mir sehr unwahrscheinlich, dass irgendwer dieses Geld verschwendet, um das Leben komplett unwichtiger Paranoiker zu observieren.

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