Donnerstag, 11. August 2011

Camerons Söldner, Gaddafis Humor

Ein bisschen Schadenfreude ist der Trost des bedrängten Despoten von Tripolis: Heute morgen meldete das libysche Staatsfernsehen, dass die britischen "Rebellen" sich Liverpool näherten und sich dabei Scharmützel mit den "Brigaden"  David Cameron liefern würden. Der britische Premierminister würde bei seinem Versuch, den Aufstand niederzuschlagen vor allem auf irische und schottische "Söldner" stützen. "Diese Aufstände sind nicht von ausländischen Geheimdiensten  aufgestachelt worden", ergänzte der Nachrichtensprecher im Morgenprogramm aus Tripolis.
Die Wahrheit über die Plünderer (via photoshoplooter)

 Das sind natürlich alles Anspielungen. Auf die ständigen mehr oder weniger durch die Realität gedeckten westlichen Meldungen, die libyschen Rebellen würden kurz davor stehen, irgendeine strategisch wichtige Stadt zu erobern, und auch auf die Vorwürfe, Gaddafi hätte zur Niederschlagung des Aufstand Söldner aus dem Tschad rekrutiert. Camerons Maßnahme, Polizeikräfte aus allen Teilen des vereinigten Königreichs nach London zu beordern, um dort die seit Tagen andauernden Krawalle und Plünderungen zu stoppen, wird mit der Anwerbung ausländischer Söldner verglichen. Außerdem behauptet Gaddafi ja seit Monaten, bei den libyschen Rebellen würde es sich um vom Ausland gekaufte Insurgenten handeln - anders als gerade eben in England.

Schon am Mittwoch hatte die libysche Regierung die Rhetorik des Westens gewissermaßen umgedreht, als die verkündete, Cameron habe jegliche Legitimität als Vertreter des britischen Volkes verloren und müsse gehen - eine Formulierung, die derjenigen glich, mit der London, Washington und Paris wiederholt den Rücktritt von Libyens Herrscher Gaddafis nach 41 Regierungsjahren gefordert haben.

Ich hege keinerlei Sympathien für Gaddafi und sein Regime, aber einen gewissen sarkastischen Humor kann man den Leuten nicht absprechen.

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