Donnerstag, 9. Dezember 2010

Ist SWIFT das Wikileaks der Regierungen?

Unter den Netz-Aktivisten kursiert gerade die Paranoia. Viele fürchten, dass dank des SWIFT-Abkommens die USA nun mühelos herausfinden können, wer von ihnen für Wikileaks gespendet hat. Aufregte Tweets wie "Durch SWIFT kennt die USA alle Wikileaks Spender. Danke Bundestag!" von "gehtdochnicht" oder "Wer das SWIFT-Abkommen harmlos fand, glaubt auch, dass die USA die Kontodaten nicht nach WikiLeaks-Spendern durchsuchen" von Sascha Lobo machen die Runde.

Paradox finde ich daran, dass die gleichen Leute, die es super finden, wenn Wikileaks anderer Leute Daten öffentlich zugänglich macht, plötzlich ganz empfindlich und geheimniskrämerisch reagieren, wenn es zur Abwechslung mal um ihre Daten geht. Bei religiösen Bewegungen nennt man solch ein Verhalten Scheinheiligkeit. Und um eine religiöse Bewegung handelt es sich hier ja im Kern auch.

Was fürchten die eigentlich? Dass sie beim nächsten USA-Besuch an der Ein- oder (schlimmer noch) der Ausreise gehindert werden? Oder gar dass die Amerikaner ihre Nerd-Buden in Kiel/Bielefeld bombardieren und CIA-Schergen ihre Pizza vom Bringdienst vergiften? Zur Strafe für soviel verfolgungswahnsinnige Egozentrik müsste man eigentlich ihre Häuser bei Google Street View entpixeln.

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