Mittwoch, 22. Dezember 2010

Den Weltuntergang überleben in Bugarach

Wenn es um den Weltuntergang geht, richten Christen ihre Augen bekanntlich auf einen Ort namens Harmageddon. Denn in der biblischen Offenbarung des Johannes heißt es in Vers 16, 13-16: "Und ich sah aus dem Munde des Drachen und aus dem Munde des Tiers und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister gehen, gleich den Fröschen; denn es sind Geister der Teufel, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen auf dem ganzen Kreis der Welt, sie zu versammeln in den Streit auf jenen Tag Gottes, des Allmächtigen. Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und hält seine Kleider, daß er nicht bloß wandle und man nicht seine Schande sehe. Und er hat sie versammelt an einen Ort, der da heißt auf hebräisch Harmageddon." Niemand weiß so genau, wo dieses Harmageddon liegt - die gängigste Interpretation ist, dass es sich um den Berg von Meggido handelt, einen Ausläufer des Karmelgebirges. Aber so ganz sicher weiß das keiner - wie bei allen Texten der Offenbarung gibt es viele Deutungsmöglichkeiten.

Besser sind da die esoterischen Ufo-Gläubigen und heidnischen Apokalyptiker dran, die den Weltuntergang nach dem alten Maja-Kalender am 21. Dezember 2012 erwarten. Sie glauben zu wissen, dass ausgerechnet das südfranzösische Dorf Bugarach im Corbières-Mittelgebirge der einzige Ort auf der Welt sein wird, der von der totalen Zerstörung verschont bleibt. Deshalb fürchtet der Bürgermeister des 189-Einwohner-Nests, Jean-Pierre Delord, dass Bugarach in den letzten Tagen des übernächsten Jahres von einer Invasion der Ufologen überrollt werden könnte. Er hat die französische Armee gebeten, sich auf solch einen Ansturm vorzubereiten, um das Dorf eventuell zu verteidigen, denn Bugarach sei logistisch keinesfalls in der Lage, einer so großen Menge von Menschen auch nur für einige Tage Obdach zu bieten. Nachdem die französische Nachrichtenagentur AFP über Delords Befürchtungen bereits vor einer Woche berichtet hatte, ist die Geschichte nun heute im britischen Telegraph angekommen und beginnt, sich im englischsprachigen Internet zu verbreiten.

Der Pic de Bugarach
Die Ufologen sind sich sich sicher, dass in dem malerischen Berg Pic de Bugarach (auch Pech de Bugarach, und okzitanisch Puèg de Bugarag), der das Dorf überragt, eine Art "Alien-Garage" steckt. Unter ihm, so glauben sie, liege eine Höhle, in der Außerirdische mit ihren Raumschiffen das Ende der Welt erwarten. Dann so, hoffen die Gläubigen, werden sie die Erde verlassen und wenige Erdlinge mitnehmen. Offenbar geht die Gemeinde davon aus, dass die Aliens diese Menschen nicht nach ihrem Verdienst oder nach dem besten genetischen Material auserwählen, sondern sich einfach grabschen, was gerade greifbar ist.

Begonnen hat die Bugarach-Manie vor etwa zehn Jahren, als ein mittlerweile gestorbenen Einwohner des Dorfes in einem Leserbrief an ein Ufo-Magazin auf die Besonderheit des Berges hinwies. Im Internet kursieren Legenden, wonach hier schon die Nazis und der israelische Geheimdienst Mossad nach der Alien-Höhle gegraben haben sollen. Wahr ist, dass Victor Hugo, Claude Debussy, Jules Verne und Francois Mitterand den tatsächlich sehr beeindruckenden Berg besucht haben. Steven Spielberg soll vom Pic de Bugarach zu  "Unheimliche Begegnung der Dritten Art" angeregt worden sein, obwohl es sich bei dem im Film tatsächlich gezeigten Berg um den Devil's Tower in Wyoming handelt.

1795 triangulierte der berühmte Astronom Pierre Mechain mehrere Tage von der Höhe des Berges herab, die Umgebung, während der so genannten Meridianexpedition, die die genaue Entfernung zwischen Paris und Barcelona feststellen sollte. Er berichte in einem Brief vom 4. Oktober 1995 (nach dem damals geltenden Revolutionskalender der 12. Vendimaire des Jahres 4), unter welch widrigen Umständen er den Pic besteigen musste. Darin heißt es, zur Vermessungstation Bugarach könne man nur hinkommen, "wenn man sich an Bäume anklammert oder Gesträuch und Felsen erklettert. Dieser Weg dauert 4-5 Stunden. Der Abstieg ist noch viel gefährlicher." Der Brief steht auf Seite 52 des gemeinsam mit Jean B. J. Delambre verfassten Buches "Grundlagen des dezimalen metrischen Systems oder Messung des Meridianbogens zwischen den Breiten von Dünkirchen und Barcelona".

Der 1231 Meter hohe Pic regt auch noch ganz andere blühende Fantasien an. Viele vermuten hier, in einer Gegend, wo sich im Mittelalter viele Schlösser katharischer Adeliger befanden, das Versteck eines gewaltigen Templer-Schatzes, der sterblichen Überreste von Jesus Christus und/oder Maria Magdalena und sogar des Heiligen Grals. Die Theorien sind in jedem Wanderführer der Region verzeichnet. Einer der eifrigsten Propagandisten dieses christlichen Bugarach-Kults ist der französische Schriftsteller Jean-Michel Thibaux (siehe Video unten).

Doch nichts hat den Bugarach-Tourismus so befeuert, wie die Ufo-Gerüchte. In jüngster Zeit, so berichtet Bürgermeister Delord, seien die Besucherzahlen in seinem Dorf geradezu explodiert, nachdem diverse Ufo-Webseiten in den USA empfohlen hatten, in Bugarach vor dem Weltuntergang Schutz zu suchen: "Viele kommen jetzt und beten auf dem Berg. Ich habe einen Mann gesehen, der dort völlig nackt ein Ritual vollzog." Und Sigrid Benard, die das einzige Gästehaus im Ort betreibt, staunt über ein komplett verändertes Publikum: "Am Anfang waren meine Kunden zu 72 Prozent Wanderer. Heute habe ich 68 Prozent esoterische Gäste".

Viele Esoteriker kommen nicht nur zu Besuch, sondern lassen sich gleich ganz am Fuße des Pic de Bugarach nieder - nicht zur Freude der Einheimischen: "Sie kaufen isoliert gelegene Häuser, wo sie Seminare organisieren. Das ist eine komplette Parallelökonomie", beklagt Bürgermeister Delord. Die Deutsche Neli Busch, die am Pic de Bugarach einen Bauernhof hat und eine Pension betreibt, fürchtet laut AFP die Folgen der gestiegenen Immobilienpreise: "Die Esoteriker reißen sich alle Ackerflächen unter den Nagel, und die jungen Einheimischen finden keinen Platz mehr, um sich niederzulassen."

Kommentare:

  1. so ein blödsinn !!!
    ...wenn es sowas gäbe -egal in welcher richtung- dann nicht in europa. eher auf der arabischen halbinsel oder in afrika.
    ...aber der schöpfer selbst hat verlauten und niederschreiben lassen - das niemand - kein mensch noch tier davon bescheid weiss - sondern der herr als einziger den genauen zeitpunkt kennt.

    murat d.- yal
    ---daraus kann man doch schließen - wenn sowas aufkommt - ist es eine lüge und irgend jemand schlägt kapital daraus - wie sonst auch immer in dieser welt---
    ...aber wer die geschichte kennt weiss - das es immer "freiwillige" gab - freiwillige die einem "master"---der von der unwahrheit des tuhens genau bescheid weiss---höhrig vollgen und selbst ihr hirn ausschalten lassen.

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  2. das braunerdige fleisch werde ich aufreissen für euch, die ihr moder seid der stinkende städte. seht her, ich bin gekommen, die brut zu verscharren. eure tage sind gelaufen.

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