Dienstag, 20. Oktober 2009

Poetische Indianer

Gerade läuft der John-Ford-Western "Cheyenne" im Fernsehen. Die Indianer reden wie Figuren aus einem Schiller-Drama. Ihr Mut ist ihnen "entschwunden", der Hunger "zehrt" an ihnen. Das ist wohl der lange Schatten von Karl May. In Deutschland sind Indianer immer eine poetische Konstruktion. Ich würde gerne mal wissen, ob die Cheyenne im Original auch Shakespeare-Englisch reden.

Aber warum eigentlich nicht? Es gibt ja sogar eine  Donald-Duck-Geschichte von Carl Barks ("Im Lande der Zwergindianer", 1957), in der die Rothäute reden wie in Longfellows Gedicht "The Song of Hiawatha" - in achthebigen Trochäen.

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