Donnerstag, 11. November 2010

Lesbisches Familienglück

Schlechte Nachrichten für alle, die immer noch glauben, ausschließlich traditionelle, heterosexuelle Vater-Mutter-Kind-Familien könnten einen glücklichen Nachwuchs haben. Im Gegenteil: Bei lesbischen Paaren ist die Wahrscheinlichkeit, dass ihre Kinder sexuell missbraucht werden, gleich Null! Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie der University of California (UCLA).

Für diese National Longitudinal Lesbian Family Study (NLLFS) beobachten Wissenschaftler seit 24 Jahren lesbische Familien. Die Eltern hatten bereits, bevor die Kinder geboren wurden, eingewilligt, an dieser Studie teilzunehmen. In einer  Befragung von 78 nunmehr 17 Jahre alten Kindern (39 Jungen, 39 Mädchen) gab nicht ein einziger Jugendlicher an, jemals von seinen Eltern oder anderen Pflegepersonen körperlich misshandelt oder sexuell missbraucht worden zu sein, fasst die linksliberale amerikanische Webseite  "Huffington Post" ein Ergebnis zusammen. Das ist ein auffälliger Kontrast zu "normalen" amerikanischen Familien, wo 26 Prozent der Kinder angaben, körperlich misshandelt worden zu sein, und 8,3 Prozent antworteten, sie wären sexuell missbraucht worden.

Ein weiteres Ergebnis dieser Befragung (hier das Original in der Zeitschrift "Archives of Sexual Behaviour" im wissenschaftlichen Springer-Verlag): Mädchen aus lesbischen Familien neigen minimal häufiger als solche mit heterosexuellen  Eltern zu gleichgeschlechtlichen sexuellen Kontakten. 18,9 Prozent bezeichneten sich bisexuell. Das ist wenig überraschend. Erstaunlicher ist, dass solche Mädchen offenbar so gut wie nie lesbisch im engeren Sinne werden: Kein einziges Mädchen gab an, ausschließlich homosexuelle geschlechtliche Kontakte zu bevorzugen.
Gute Nachrichten für diesen kleinen Jungen
Auch schwule Kinder kommen offenbar in lesbischen Familien seltener vor: 2,7 Prozent der Jungen bezeichneten sich als bisexuell und 5,4 Prozent als ausschließlich homosexuell. In den meisten wissenschaftlichen Untersuchungen wird die Zahl aller amerikanischen Männer, die sich als überwiegend bis ausschließlich an gleichgeschlechtlichem Sex interessiert bezeichnen, dagegen höher angegeben. Sie rangiert von 7,7 bis  13,95 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 9,37 Prozent.

Neben der Abwesenheit von Missbrauch gibt es noch ein positives Ergebnis der NLLFS-Studie: Kinder aus lesbischen Familien haben deutlich später das erste Mal Sex als Kinder aus amerikanischen Durchschnittsfamilien.

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