Mittwoch, 11. August 2010

Deutsche sind frommer als Spanier

Wenn man, wie ich, in im gottlosen Berlin lebt oder wenn man sieht, wie selten in den Medien über den christlichen Alltag berichtet wird, dann könnte man ja tatsächlich glauben, Deutschland wäre längst ein unreligiöses Land. Doch eine neue Tabelle des britischen Magazins "The Economist", in der die Zahl der Gottesdienstbesuche in europäischen Ländern (inklusive Israel und Türkei) miteinander verglichen wird, nennt ganz andere Zahlen.

Gefragt wurden die Bürger der verglichenen Nationen, ob sie - abgesehen von besonderen Ereignissen wie Hochzeiten oder Taufen - niemals Gottesdienste besuchen. Am höchsten war die Quote der Ja-Sager in Tschechien, über das ja schon häufiger zu lesen war, es sei das entchristlichste Land Europas. Aber auch in England, Frankreich, Belgien und den Niederlanden sind fromme Christen eine Minderheit. Die frömmsten Länder Europas sind Zypern, Griechenland, Polen und Kroatien.

Deutschland liegt bei den 28 befragten Ländern (von denen auf der Tabelle allerdings nur 19 eingezeichnet sind) irgendwo im Mittelfeld. Hier geben 37 Prozent an, niemals einen Gottesdienst zu besuchen. Eine Zahl, die doch erstaunlich niedrig ist, wenn man bedenkt, dass zwei aufeinander folgende antichristliche Diktaturen im Osten Deutschlands eine Zone weitgehener Glaubenslosigkeit geschaffen haben.

Interessantes Detail: Deutsche gehen häufiger zur Kirche als die früher so erzkatholischen Spanier, sie sind häufiger im Gottesdienst als die Israelis zur Synagoge gehen und auch die Zahl der regelmäßigen Moschee-Besucher in der Türkei liegt nur gut zehn Prozent höher als die der Kirchgänger in Deutschland.

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