Samstag, 17. Juli 2010

Kanalisation und Zivilisation

Ich habe gerade in einer alten FAZ von voriger Woche gelesen, dass die Kanalisation in der Altstadt von Damaskus noch von den Römern stammt. Und frage mich, wird in 2000 Jahren irgendjemand sagen: „Das stammt noch von den Amerikanern/Europäern/Chinesen“? Wenn man mal von Plastiktüten und Atommüll absieht.

Die Römer waren zwar nicht nett. Mal abgesehen davon, dass sie Jesus gekreuzigt haben… Aber irgendwie ist mir ihr nüchterner, praktischer und heller Geist immer sympathisch gewesen, seitdem ich als Kind die ersten historischen Romane gelesen habe. Aber eine Zivilisation, die Wasserleitungen, Straßen und Kanalisationen gebaut hat, die Jahrtausende später noch von ganz anderen kulturelle tieferstehenden Völkern genutzt werden können, die ist wohl wahrhaft groß gewesen.

Aus diesem Anlass frage ich mich mal ganz ergebnisoffen: Wie viele echte Weltzivilisationen hat es eigentlich gegeben? Mir fallen auf Anhieb neben Rom nur ein: Ägypten, China und das, was man zusammenfassend den „Westen“ nennt (etwas in Winklers Buch). Vielleicht noch das Kalifenreich in seiner kulturellen Blütezeit. Aber das wars doch? Oder?

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