Sonntag, 16. Mai 2010

"Robin Hood" und die wahre Geschichte

Lustig finde ich, wie in dem neuen "Robin Hood"-Film versucht wird, einen nationalen Gegensatz zwischen "Engländern" und "Franzosen" ins 12. Jahrhundert rückzuprojizieren. Dabei war der englische Adel doch nach der Eroberung durch Guillaume und Seinen 1066 normannisch-französisch. Jeder, der Walter Scotts in dieser Beziehung historisch korrekten Roman "Ivanhoe" gelesen hat, weiß das.
Das englische Könighaus hieß Plantagenet, König John sprach vermutlich (wie sein Bruder Richard Löwenherz, der Gedichte auf französisch und in der Langue d'oc schrieb) so gut wie kein Englisch. Kenntnisse der englischen Volkssprache waren  bis ins 14. Jahrhundert eher unüblich bei englischen Königen und erst im 100jährigen Krieg bildete sich ein echtes englisches Nationalbewusstsein heraus. Damals regelte auch endlich ein Erlass, dass offizielle Petitionen an den König nunmehr nicht mehr in Französisch verfasst sein dürften. Dagegen ging es bei der im Film gezeigten Invasion 1216, gegen die Robin Hood den "nationalen" Widerstand organisiert,  doch eigentlich nur um die Frage, welcher Franzose nun über England herrschen sollte John/Jean oder Prince Louis.

1 Kommentar:

  1. Ha, ha... Jetzt habe ich endlich einen plausiblen (!) Grund die gefühlt tausendste Verfilmung des Stoffs nicht ansehen zu müssen... Danke dafür!

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