Sonntag, 9. Mai 2010

Mixas angebliches Missbrauchsopfer verteidigt ihn

Der Fall Mixa nimmt immer groteskere Züge an. Jetzt nimmt ein vermeintliches Missbrauchsopfer den Bischof in Schutz. Wenn man nicht als Protestant von den Atheisten für jeden Dreck, der bei den Katholiken passiert mitverantwortlich gemacht würde, könnte man sich zurücklehnen und genüsslich der Selbstzerfleischung der Papisten zusehen.

Wie der "Donaukurier" berichtet, hatte die konservative katholische Internetseite kreuz.net (ein Sammelbecken extrem widerwärtiger Schwulenhasser und Klerikalfaschisten) einen 26 Jahre alten Eichstätter als denjenigen geoutet, den Mixa angeblich vor Jahren missbraucht habe. Nun meldet sich der junge Mann unter voller Namensnennung zu Wort und lässt durch seinen Anwalt erklären: "Unser Mandant weist die auf der betreffenden Internetseite aufgestellte Behauptung, er sei vom inzwischen emeritierten Bischof von Augsburg, Dr. Walter Mixa, missbraucht worden, entschieden zurück."

Marco Schneider, so heißt der Mann, war auch kein angehender Priester, wie die "Bild am Sonntag" heute berichtet hatte. Er war laut "Donaukurier" während Mixas Eichstätter Zeit als Bischof (1996 bis 2005) Ministrant im Dom, gehörte dem von Mixa gegründeten "Interessentenkreis für Glaubens- und Lebensfragen" an und zählte zum engeren Umfeld des Bischofs. Während dieser Zeit war er auch häufiger mit Mixa bei Jugendfahrten oder Ausflügen unterwegs. Eine kurze Zeit lang vertrat er hin und wieder den Chauffeur des Bischofs. Heute ist er Volontär bei einer Wochenzeitung.

"Natürlich stand ich dem Bischof nahe", zitiert ihn der "Donaukurier". Aber er sei von Mixa weder sexuell noch sonst wie missbraucht worden, noch habe er diese Vorwürfe verbreitet oder verbreiten lassen.
Auch die Ingolstädter Staatsanwalt, die auf Veranlassung der katholischen Kirche, wegen der Missbrauchsvorwürfe gegen Mixa ermittelt, hat Marco Schneider noch nicht vernommen. Der zuständige Staatsanwalt erklärte, man habe von der Kirche bisher noch nicht einmal den Namen des angeblichen Opfers bekommen. Ob der arme Schneider der Anlass für die Ermittlungen war oder ob noch weitere junge Männer von interessierten Klatschbasen ins Spiel gebracht werden, bleibt spannend. Denn nach dem Kalkül der Irren von kreuz.net wäre Mixa reingewaschen und gewissermaßen umsonst zurückgetreten, wenn er den Missbrauch nicht begangen hätte. Leider verdrängen diese ideologisch Besoffenen aber, dass Mixa ja sein Rücktrittsgesuch schon vor den Missbrauchsvorwürfen gestellt hatte, weil er bereits vor Wochen durch seine ganzen Affären und durch sein zunehmend verwirrtes Gepöbel unmöglich geworden war.

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