Samstag, 8. Mai 2010

Franzosen sagen "le krach", wenn die Börse kracht

Der Börsen-Crash am Donnerstagabend in New York hat nicht nur Milliarden Dollar vernichtet, er hatte auch sein Gutes: Durch ihn und eine Schlagzeile in der Zeitung „La Liberation“ habe ich gelernt, dass ein Crash an der Börse auch auf Französisch „le krach“ heißt.

Laut dem französischen Wikipedia, das allerdings generell unzuverlässiger ist als das deutsche oder gar das englische, ist das Wort mit dem so genannten „Gründerkrach“ der Börsen von Berlin und Wien 1873 in Frankreich bekannt geworden. Erst danach soll es ins Englische als „Crash“ entlehnt worden sein. Dagegen spricht nicht nur, dass die Börse und ihre Terminologie in England schon viel länger existieren als in Deutschland oder Frankreich. Im Englischen ist „Crash“ tatsächlich in der angegebenen Bedeutung seit 1817 belegt.

Zur Verbreitung des deutschen Wortes „Krach“ im Französischen dürften gewiss auch deutschstämmige Juden beigetragen haben. Die Rothschilds hatten bekanntlich auch eine Filiale in Paris, und Balzac hat den jüdisch-deutschen Bankiers, die beim Aufbau des französischen Bankwesen eine große Rolle gespielt haben, mit der Figur des Barons Nucingen u. a. in „Glanz und Elend der Kurtisanen“ und in „Das Haus Nucingen“ ein Denkmal gesetzt.

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