Dienstag, 11. Mai 2010

Extra-Urlaub für heidnische Polizisten in England

In Großbritannien dürfen jetzt Polizisten auch an heidnischen Feiertagen zu Hause bleiben. Dieses Recht hat die „Pagan Police Association“, eine Vereinigung neuheidnischer Polizisten,  beim Innenministerium erwirkt. Sie wurde jetzt offiziell als Vertretung einer Minderheit anerkannt und damit den Vereinigungen von Frauen, Dunkelhäutigen, Homosexuellen, Schwulen oder Muslimen gleich gestellt.

Die „Times“ kommentiert das spöttisch, Polizeibeamte hätten nun das Recht „sich frei zu nehmen, um bei Sonnenwendfeiern nackt zutanzen, Fruchtbarkeitsrituale zu zelebrieren und Jul-Scheiterhaufen anzuzünden“. Die Freizeit-Regel beziehe sich auf insgesamt acht heidnische Feiertage, darunter auch das keltische Lichtmessfest „Imbolc“ in der Nacht vom 1. zum 2. Februar. Dies gelte freilich nicht, wenn Urlaubssperren verhängt würden – was zum heidnischen Fest „Samhain“ regelmäßig der Fall ist. Das Fest, das in der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November gefeiert wird, ist als „Halloween“ bekanntgeworden; in dieser Nacht kommt es in Großbritannien regelmäßig zu Vandalismus, Massenbesäufnissen und Gewaltexzessen.
Die „Pagan Police Associaton“ hat laut „Times“ bisher drei Mitglieder. Das lässt vermutlich auch andere minoritäre neo-reliöse und kultische Vereinigungen hoffen: Der Tag ist wohl nicht mehr allzu fern, an dem Polizisten auch zum „Star Wars“-Tag oder an  Feiertagen der aus „Strartrek“/“Raumschiff Enterprise“ bekannten Klingonen frei nehmen dürfen.

Einen ähnlichen Verdacht äußert in der „Times“ auch der ehemalige hohe Polizeioffizier Andy Hayman: „Niemand will irgendeinen Beamten daran hindern, seinem Glauben gemäß zu leben. Doch ist schwer zu verstehen, warum derartige Vereinigungen in solch besorgniserregenden Mengen aus dem Boden schießen. Mitglieder dieser Gruppen haben oft die Genehmigung, sich in der Dienstzeit zu treffen – was sie von ihren Polizeipflichten abhält. Die Öffentlichkeit fragt sich manchmal, ob überhaupt noch Polizeiarbeit getan wird.“
Nicht erläutert wurde in dem „Times“-Artikel übrigens, ob die heidnischen Polizisten zum Ausgleich an christlichen Feiertagen arbeiten müssen.
 

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