Donnerstag, 6. Mai 2010

Sogar den Befürwortern ist "Ethik" zu schlecht

Erinnern wir uns: Vor vier Jahren wurde in Berlin der Ethik-Unterricht als Pflichtfach ab dem siebten Schuljahr eingeführt. Es war eine Reaktion auf die Ermordung von Hatun Sürücü.


  Seitdem sollen Lehrer, die es meist noch nicht mal mehr schaffen, den Kindern Lesen und Schreiben beizubringen, ihren Schülern den Unterschied zwischen Gut und Böse darlegen und Jungen mit Migrationshintergrund erklären, warum man seine Schwester nicht einfach so abschlachten darf. Nun stellt sich heraus: Der Ethik-Unterricht ist sogar seinen Befürwortern zu schlecht.

Das ganze sei so zu philosophisch, die Lehrpläne zu schwammig und nur weniger Ethik-Lehrer hätten Kenntnisse über die Weltreligionen, bemängelte der Sprecher des Bündnisses „Pro Ethik“. Rund 500 qualifizierte Ethiklehrer gibt es laut „taz“, der Bedarf liege aber mit rund 2000 Lehrkräften wesentlich höher. "Rein rechtlich kann ja jeder Lehrer Ethik unterrichten, fachlich aber nicht", wird eine Lehrerin zitiert. Nach Angaben von „Pro Ethik“ hätten seit der Einführung des Faches vor vier Jahren nur 700 Ethiklehrer an der vorgesehenen, bis zu dreisemestrigen Fortbildung teilgenommen.

Warum auch? Wenn diese Ausbildung nur „vorgesehen“, aber nicht verpflichtend ist, wird ja wohl kaum ein Lehrer auf die Idee kommen, mit Fortbildungsmaßnahmen Zeit zu verschwenden. Gerade im Ostens sind die Ethik-Lehrer ohnehin oft ehemalige Staatsbürgerkunde-Lehrer, die einfach nur in ihr altes Betätigungsfeld zurückgekehrt sind und ideologisch dort weitermachen, wo sie 1989 aufgehört haben: mit antireligiöser linker Indoktrination.

Nicht zuletzt als Reaktion auf solche Zustände hatte sich ja 2009 in Berlin die Initiative „Pro Reli“ formiert, die forderte, dass es wenigstens eine Wahl zwischen Religionsunterricht und Ethik geben müsse. Viele Eltern sehen nicht, wieso der rot-rot Senat ihre Kinder ideologisch befummeln lässt, nur weil man sich der Illusion hingibt, ausgerechnet in der jetzt schon mit gesellschaftlichen Problemen überforderten Schule die Problem einer gescheiterten Integration zu lösen. Mit ihrem Anliegen ist die Initiative allerdings bei einer Volksabstimmung gescheitert. Als Reaktion auf „Pro Reli“ hatte sich „Pro Ethik“ formiert. Nun muss das vor allem von atheistischen Kotzbrockenauffangbecken wie dem „Humanistischen Verband“ getragene Bündnis feststellen, dass sein Sieg ein vergifteter war.

Unklar bleibt dem Zeitungsleser übrigens, inwieweit die christlichen Kirchen an der Verbesserung des Ethik-Unterrichts mitwirken können. Laut „taz“ tut das evangelische Kirche bereits, laut „Tagesspiegel“ wollen das die Ethik-Befürworter aber nicht, laut „Berliner Morgenpost“ (nicht online) lehnen es die Kirchen selbst ab.

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