Sonntag, 7. März 2010

Keine Hugo-Boss-Anzüge bei der Oscar-Nacht

Wenn hierzulande die besonders bösen Seiten der Marktwirtschaft angeprangert werden sollen, dann spricht die Linke gerne vom „amerikanischen Kapitalismus“. Aber manchmal sind die „Amerikaner“ eben Deutsche aus Schwaben.

Der hierzulande vor allem als Mel Gibsons Partner in den „Lethal Weapon“-Filmen bekannte Schauspieler Danny Clover hat in einem offenen Brief dazu aufgerufen, bei der Oscar-Verleihung heute Nacht, keine Anzüge von Hugo Boss zu tragen. Stattdessen sollen die Nominierten und die Ehrengäste der Motion Picture Academy lieber einen Sticker an ihr Revers heften, dessen Botschaft lautet: „Keep the Hugo Boss Plant Open.“

  Hintergrund sind die Pläne des deutschen Boss-Konzerns, seine Fabrik in Cleveland (Ohio) zu schließen. Das würde 375 Beschäftigte dort arbeitslos machen. Die Gewerkschaft Workers Unite, die die meisten der Boss-Arbeiter vertritt, beharrt darauf, dass die Fabrik profitabel sei und dass Boss seine Anzüge in Bulgarien oder der Türkei lediglich noch billiger produzieren könne. Die deutsche Firma mit Sitz in Metzingen habe angeboten, dass man das Werk vielleicht erhalten könne, wenn die Arbeiter Gehaltskürzungen von 13 Dollar die Stunde auf 8,30 Dollar die Stunde akzeptierten. Als diese Verhandlungen scheiterten, kündigte das zuständige Boss-Vorstandsmitglied Andreas Stockert die Schließung des Werkes zum Dezember an.

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