Dienstag, 9. Februar 2010

Mörder bleibt auf Erden immer Mörder

Die Mörder von Walter Sedlmayr dürfen weiter beim Namen genannt und gezeigt werden. Zumindest unter bestimmten Bedingungen.  Das ist gut.

Ein Gericht hat entschieden, dass "Spiegel Online" nicht gezwungen werden kann, ein altes Dossier über den Mordfall Sedlmayr zu bereinigen und die Fotos der verurteilten Täter daraus verschwinden zu lassen.  Genau dazu versuchen aber die Männer diverse Medien zu zwingen, seitdem sie 2007 und 2008 aus der Haft entlassen wurden. Bereits im Dezember hatten sie allerdings einen ähnlichen Prozess gegen das "Deutschlandradio" verloren.

Der Anwalt der Mörder argumentiert hier wie immer in solchen Fällen:  Die Männer hätten ihre  Strafe abgesessen und müssten nun die Chance auf Resozialisierung bekommen. Auch der Gesetzgeber akzeptiert z. T. diese Argumentation und gewährt entlassenen Verbrechern einen Persönlichkeitsschutz - auch wenn sie durch ihre Tat und die Verurteilung zu Personen der Zeitgeschichte geworden sind. Man kann auch wieder zur Unperson der Zeitgeschichte erklärt werden.

Resozialisierung ist erstrebenswert. Aber doch nur auf der Basis von Wahrheit und Offenheit. Was mich daran stört, ist die banale Vorstellung von Sühne, die diese Typen und ihre Rechtsverdreher hegen. Als würde man durch das Verbüßen einer Haftstrafe reingewaschen. Als wäre man kein Mörder mehr, wenn man nur  lange genug gesessen hat. Als könnte man nach 15 oder 20 Jahren komplett schuldfrei wieder von vorne anfangen.

Man bleibt aber sein ganzes Leben ein Mörder. Und als Mörder muss man danach trachten, das Vertrauen  seiner Mitmenschen zurück zu gewinnen. Sie zu belügen – und diesem Zweck soll doch ganz offensichtlich die nachträgliche Verheimlichung der Tat dienen – heißt, das neue Leben gleich wieder mit einem neuen Verbrechen anfangen.

Keine irdische Strafe – und sei sie noch so schwer und lang – kann einen Mörder wieder unschuldig machen. Das kann nur einer. Aber dem kommt man mit anmaßender Paragraphenreiterei noch weniger bei als den Medien.

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