Donnerstag, 18. Februar 2010

Dem Frieden eine Schangse

Unter dem verlogenen Motto „Dem Frieden eine Chance“ wird derzeit zu  einer Demonstration in Berlin gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr aufgerufen. Zu den Unterstützern gehört das ganze linke Gruselkabinett von der  „Antikapitalistischen Linken Berlin Mahrzahn-Hellersdorf“ über den „Deutschen Freidenkerverband“, die  „Freundschaftsgesellschaft Berlin-Kuba e.V.“ und „Großmütter für den Frieden“ bis hin zur guten alten DKP-Hilfsorganisation „Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes - Bund der Antifaschisten (VVN-BdA) e.V." von der man doch eigentlich angenommen hatte, dass sie in dem Moment aufhörte zu existieren, als die Subsidiengelder aus der DDR nicht mehr flossen.

Komischerweise fehlt noch der „Humanistische Verband“, obwohl es bei der Atheistenorganisation bekanntlich viele personelle Überschneidungen mit der Linken und den Spinnerflügeln der SPD gibt. Dafür sind selbstverständlich ein paar christliche Gruppen dabei. Bisher allerdings nur katholische wie „Pax Christi“ - Bischöfin Käßmann wird überraschenderweise nicht einmal unter den Einzelunterstützern genannt.

Nun gibt es wahrhaftig nichts Schöneres als den Frieden. Extrem ekelhaft an der ganzen Demonstration ist nur zweierlei. Erstens verschweigen die ganzen Unterstützer, dass die Zerstörung des in den Sechzigerjahren sehr friedlichen und modernen Afghanistan vor gut 30 Jahren genau von jener  Macht eingeleitet wurde, in der sich die meisten Demonstranten immer noch ideologisch zu Hause fühlen (auch wenn sie gar nicht mehr existiert): der Sowjetunion.

Und zweitens wird so getan, als müsste man die Afghanen nur mal eine Weile unter sich lassen und dann würden sie sich schon bei ein paar Wasserpfeifen darauf einigen die Waffen niederzulegen. Die Rückkehr der Taliban scheint die Demonstranten nicht zu schrecken - obwohl doch jene während ihrer Herrschaft gerade sehr viel Energie darauf verwendet haben, alle Arten von Linken, Frauen, Freidenkern und ganz bestimmt auch Großmüttern für den Frieden zu massakrieren.

So naiv sind die Aufrufer natürlich nicht. Die meisten von ihnen treibt wohl eher eine vage Angst um die eigene Haut (wegen drohender Anschläge hierzulande) oder um die heilen Knochen derjenigen jungen Männer, von denen es dann immer in der standardisierten Formulierung heißt, „dass sie in Zinksärgen heimkehren“. Diese Angst ist natürlich zutiefst menschlich. Das wirklich Ekelerregende an diesen Typen ist nur, dass sie ihre Furcht hinter der angeblichen Sorge um afghanische Zivilisten verstecken. Sie trauen sich einfach nicht offen zu sagen: „Die Freiheit irgendwelcher Turbanträger am Hindukusch ist nicht das Leben eines einzigen deutschen Soldaten wert.“ Damit würde man sich in der „Fördergemeinschaft Friedensarbeit Gießen e.V.“ und bei den „Frauen in Schwarz München“ wohl auch ziemlich unmöglich machen.

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