Sonntag, 31. Januar 2010

Sympathie für die Romeikes

Man muss nicht die evangelikalen Glaubensüberzeugungen der Romeikes teilen, um dennoch Sympathie für ihr Anliegen zu empfinden. Es gibt auch viele gemäßigte Eltern, die sich vorstellen könnten, ihre Kinder zu Hause zu unterrichten. Sie stören sich weniger am Biologieunterricht und an der Evolution als an Lehrern, die im staatlichen Auftrag ihre Kinder mit irgendwelchen Ideologien befummeln.

Es gibt Grund zum Misstrauen gegenüber einer Schule, die den Kindern zwar kaum noch lesen und schreiben beibringen kann, die sich aber anmaßt, sie den Unterschied zwischen Gut und Böse lehren zu wollen. Die Sorge um die Verwahrlosung der Armen und der Migranten hat die Länder dazu bewegt, die Schule immer mehr als eine weltanschauliche Ausbesserungsanstalt anzusehen, in der den Kindern vermittelt werden soll, was in den Familien oft genug versäumt wird.

Aber in seinem Gleichheitsanspruch nimmt der Staat Familien, die solche Oberlehrerrei gar nicht nötig haben, mit in Geiselhaft. Mit der Neutralität der weltanschaulich geprägten Unterrichstfächer ist es doch meistens nicht weit her. Das war der Grund für die Ablehnung des in Berlin eingeführten Ethik-Unterrichts durch eine nicht ganz kleine Minderheit. Wie neutral soll ein Ethikunterrricht sein, dessen Inhalte von einer von Kommunisten und linken Sozialdemokraten geprägten Schulbehörde bestimmt wird, und der oft genug von ehemaligen Staatsbürgerkundelehrern aus der DDR abgehalten wird?

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