Montag, 25. Januar 2010

Feistes Pseudo-Dissidententum

In einem Berliner Blatt, das sich konservativ, liberal und seriös gibt, steht heute etwas über  „Jammerjuden, die in jeder Talkshow erzählen, wie viele Angehörige sie im Holocaust verloren haben und wie sehr sie sich heute vor der NPD fürchten.“ Dieser Dreck wird nicht dadurch akzeptabler, dass sein Urheber selber Jude ist.

Das widerlichste an Henryk M. Broder ist die Pose des Dissidenten, in die er sich auch hier wieder mit Überzeugung wirft. Als wäre das, was er sagt, gefährlich und er so bedroht wie Neca Kelek und Seyran Ates, die er meint, wenn er im zitierten Artikel von seinen „Schwestern“ spricht. Dabei hat die offene Aussprache seiner Meinungen ihn in den letzten Jahren als Bestsellerautor und vielgefragten Artikelschreiber, Kolumnisten und Talkshow-Besucher feist und vermutlich ziemlich wohlhabend gemacht.

Daran ist nichts Verwerfliches. Wir arbeiten alle, um Geld zu verdienen. Aber jemand, der sagt der Islam sei böse und gefährlich und die Juden würden zuviel jammern, soll doch bitte nicht so tun, als ob er sich nicht im Einklang mit der Mehrheit der deutschen Bevölkerung befände und als wäre das nicht genau der Grundstein seines Erfolges.

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